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Männergesundheit ist unsexy? Warum dein Beckenboden mehr Einfluss auf deinen Penis hat, als du denkst

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Die meisten Männer wissen genau, wie viele Kilogramm sie auf der Bank drücken. Doch nur die wenigsten haben sich jemals mit der Muskelgruppe beschäftigt, die maßgeblich an Erektion, Orgasmus und Blasenkontrolle beteiligt ist: dem Beckenboden. Dabei könnte kaum ein anderer Muskelbereich einen größeren Einfluss auf die männliche Lebensqualität haben.

Tatsächlich spielt der Beckenboden eine wichtige Rolle bei Erektion, Orgasmus, Ejakulation und der allgemeinen sexuellen Gesundheit. Viele Männer investieren Stunden in Krafttraining für Brust, Arme oder Bauchmuskeln, ohne zu wissen, dass einige der für die Sexualfunktion wichtigsten Muskeln tief im Becken verborgen liegen.

Was genau ist der Beckenboden?

Der Beckenboden besteht aus mehreren Muskeln, Faszien und Bindegewebsstrukturen, die den unteren Abschluss des Beckens bilden. Man kann ihn sich wie eine stabile, aber flexible Hängematte vorstellen, die die inneren Organe stützt.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Stabilisierung von Becken und Rumpf
  • Unterstützung von Blase, Darm und Prostata
  • Kontrolle von Urin- und Stuhlausscheidung
  • Mitwirkung an Erektion und Ejakulation

Während viele Menschen den Beckenboden vor allem mit Frauen nach Schwangerschaften in Verbindung bringen, ist er für Männer mindestens ebenso bedeutsam.

Die überraschende Verbindung zwischen Beckenboden und Erektion

Eine Erektion entsteht nicht allein durch sexuelle Erregung oder einen erhöhten Bluteinstrom in den Penis. Entscheidend ist auch, dass das Blut ausreichend lange in den Schwellkörpern gehalten wird.

Hier kommt der Beckenboden ins Spiel.

Besonders zwei Muskeln sind dabei von Bedeutung:

  • Musculus bulbospongiosus
  • Musculus ischiocavernosus

Diese Muskeln umgeben die Basis des Penis und unterstützen den natürlichen Mechanismus, der das Blut während einer Erektion in den Schwellkörpern hält.

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Vereinfacht gesagt: Je besser diese Muskeln arbeiten, desto besser kann der Körper den venösen Blutabfluss regulieren. Dadurch kann die Erektion stabiler und fester werden.

Das bedeutet nicht, dass ein trainierter Beckenboden automatisch jede Erektionsstörung beseitigt. Er kann jedoch ein wichtiger Baustein für eine gesunde sexuelle Funktion sein.

Was Studien zeigen

In den letzten Jahren haben verschiedene Untersuchungen darauf hingewiesen, dass gezieltes Beckenbodentraining bei Männern mit leichter bis moderater erektiler Dysfunktion positive Effekte haben kann.

Der Grund ist nachvollziehbar: Werden die beteiligten Muskeln gestärkt und ihre Ansteuerung verbessert, können sie ihre unterstützende Funktion bei der Erektion effizienter erfüllen.

Dabei ersetzt Beckenbodentraining weder eine medizinische Diagnostik noch die Behandlung möglicher Grunderkrankungen. Es kann jedoch ein sinnvoller Bestandteil eines ganzheitlichen Ansatzes sein.

Die Rolle des Beckenbodens beim Orgasmus

Viele Männer wissen nicht, dass der Beckenboden auch direkt am Orgasmus beteiligt ist.

Während des Höhepunkts ziehen sich bestimmte Beckenbodenmuskeln rhythmisch zusammen. Diese Muskelkontraktionen sind ein wesentlicher Bestandteil des subjektiven Orgasmuserlebens und der Ejakulation.

Ein gut koordinierter Beckenboden kann dazu beitragen:

  • die Körperwahrnehmung während der Sexualität zu verbessern,
  • den Zeitpunkt des Samenergusses besser wahrzunehmen,
  • die Intensität der Muskelkontraktionen zu unterstützen.

Deshalb beschäftigen sich auch Sexualmediziner und Physiotherapeuten zunehmend mit dem Zusammenhang zwischen Beckenbodenfunktion und sexueller Gesundheit.

Beckenbodentraining nach Prostata-Operationen

Besonders bekannt ist die Bedeutung des Beckenbodens nach Eingriffen an der Prostata.

Männern, die sich einer Prostataoperation unterziehen mussten, wird häufig ein gezieltes Beckenbodentraining empfohlen. Ziel ist es, die Kontrolle über die Blase schneller zurückzugewinnen und die Beckenfunktion zu verbessern.

In vielen Fällen kann das Training dazu beitragen:

  • die Kontinenz zu fördern,
  • die Beckenstabilität zu verbessern,
  • die Lebensqualität nach dem Eingriff zu erhöhen.
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Die Bedeutung dieser Muskulatur wird in diesem medizinischen Bereich seit Jahren anerkannt.

Wenn die Muskulatur zu schwach ist – und wenn sie zu angespannt ist

Ein wichtiger Punkt wird in vielen Artikeln über Beckenbodentraining übersehen: Mehr Spannung ist nicht immer besser.

Ein schwacher Beckenboden kann Probleme verursachen, doch auch ein dauerhaft verspannter Beckenboden kann Beschwerden auslösen.

Mögliche Folgen einer Überaktivität sind:

  • Schmerzen im Beckenbereich
  • Beschwerden beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Erektionsprobleme
  • Störungen der Ejakulation

Ein gesunder Beckenboden zeichnet sich nicht nur durch Kraft aus, sondern vor allem durch seine Fähigkeit, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln.

Genau wie bei anderen Muskelgruppen ist Funktion wichtiger als maximale Kraft.

Warum Männer dem Beckenboden mehr Aufmerksamkeit schenken sollten

Viele Männer verbinden Fitness mit sichtbaren Muskeln. Der Beckenboden bleibt dagegen unsichtbar und erhält deshalb oft wenig Aufmerksamkeit.

Dabei beeinflusst er Bereiche, die für viele Männer von großer Bedeutung sind:

  • sexuelle Leistungsfähigkeit,
  • Kontinenz,
  • Körperstabilität,
  • Wohlbefinden im Alltag.

Der Beckenboden wird vermutlich nie die Aufmerksamkeit bekommen, die Bizeps, Brust oder Sixpack genießen. Das ändert jedoch nichts daran, dass er für die männliche Gesundheit eine Schlüsselrolle spielt. Wer langfristig etwas für seine sexuelle Funktion, seine Kontinenz und seine Lebensqualität tun möchte, sollte daher nicht nur die sichtbaren Muskeln trainieren. Denn oft sind es gerade die unsichtbaren Muskeln, die den größten Unterschied machen.

Fazit

Der männliche Beckenboden ist weit mehr als eine Muskelgruppe für die Blasenkontrolle. Er unterstützt die Erektion, wirkt bei Orgasmus und Ejakulation mit und trägt zur Stabilität des gesamten Körpers bei.

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Wer seine sexuelle Gesundheit langfristig erhalten möchte, sollte daher nicht nur an Herz-Kreislauf-Fitness, Ernährung, Schlaf und Krafttraining denken, sondern auch an die oft übersehene Muskulatur im Becken.

Denn manchmal entscheiden nicht die größten Muskeln über die Lebensqualität – sondern die wichtigsten.

Infokasten: 3 mögliche Anzeichen für einen schwachen Beckenboden beim Mann

💡 Wichtig: Die folgenden Punkte können auf eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur hindeuten, haben jedoch nicht immer diese Ursache. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

1. Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen

Obwohl die Blase bereits entleert ist, treten nach dem Toilettengang noch einige Tropfen Urin aus. Eine verminderte Kontrolle der Beckenbodenmuskulatur kann hierbei eine Rolle spielen.

2. Verminderte Erektionshärte

Wenn Erektionen zwar entstehen, aber nicht die gewünschte Stabilität erreichen oder nur schwer aufrechterhalten werden können, kann neben vielen anderen Faktoren auch eine eingeschränkte Beckenbodenfunktion beteiligt sein.

3. Schwierigkeiten beim Zurückhalten von Urin

Wer beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Belastung gelegentlich Urin verliert, sollte auch an die Funktion des Beckenbodens denken.

Gut zu wissen

Der Beckenboden lässt sich in jedem Alter trainieren. Bereits wenige Minuten gezielter Übungen pro Tag können dazu beitragen, die Wahrnehmung und Kontrolle dieser wichtigen Muskelgruppe zu verbessern.
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